Fußnoten

[1] Trotz der entschiedenen Warnung von Heuss im Parlamentarischen Rat nicht „die künftige Demokratie zu belasten“ (Heuss 1948/49), war diese ablehnende Ansicht über mögliche plebiszitäre Verfassungselemente nicht bei allen Mitgliedern gleichermaßen verbreitet (vgl. Wirsching 2003).

[2] Neue Begrifflichkeiten wie „gelenkte Demokratie“ (im Fall von Russland) (vgl. Mommsen 2007) oder bereits ältere wie „defekte Demokratie“ (bspw. Südkorea) (vgl. Croissant 2002) machen auf solche Unterschiede zwischen den demokratischen Systemen bereits sprachlich aufmerksam.

[3] Die Anfänge finden sich bei liberalen Klassikern wie John Locke, Alexis de Tocqueville oder insbesondere John Stuart Mill.

[4] Dieser Zusammenhang gilt heute noch immer und spiegelt sich bis in den Hochschulbereich. Aus der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes geht hervor, „dass die Bildungsbiographie aus einer Mehrfachselektion besteht, in deren Ergebnis die Chancen zum Beispiel der Kinder von Akademikern und der von Nicht-Akademikern zunehmend auseinander driften“ (Isserstedt et al. 2010: 107). Die Verfestigung hat auch Relevanz für den Bereich der politischen Beteiligung, da diese nicht zuletzt mit den sozialen Status eines Bürgers (insb. Bildung und Einkommen) zusammenhängt (weiterführend vgl. Dalton 2008: 58 ff.).

[5] Heute beschränkt sich der Kampf dieser beiden Gruppen auf die Forderung nach besseren Studienbedingungen und höheren Löhnen. Statt um Mitsprache und Einfluss – also die „politischen“ Bedingungen – geht es heute vorwiegend um die „ökonomische“ Existenzgrundlage.

[6] „His theory does not require absolute equality as often implied, but rather that the differences that do exists should not lead to political inequality” (Pateman 1970: 22).

[7] Aber auch bei Barber finden wir unter den zwölf Vorschlägen immerhin auch einen zum Thema „Demokratie in der Arbeitswelt“ (vgl. Barber 1994: 287 ff.).

[8] Auch in Deutschland waren solche technikzentrierten Ansätze durchaus in der Diskussion, wie die „Computer-Demokratie“ mit dem ORAKEL-System von Helmut Krauch oder Überlegungen zur „Kabel-Demokratie“ von Gerhard Vowe und Gernot Wersig belegen (vgl. Kapitel 8.1.2).

[9] Der besondere positive Zusammenhang zwischen politischer Beteiligung und dem Gefühl persönlicher politischer Einflussmöglichkeit („efficacy“) wird im Kapitel 17.4 eine empirische Bestätigung finden.

[10] Auf entsprechenden Grundbedingungen einer solchen „idealen Prozedur“ wird im Kapitel 4.4 näher eingegangen.

[11] Auch wenn diese Zuschreibung durch die Praxis des deutschen Föderalismus und durch das europäische Mehrebenensystem zunehmend schwieriger wird, lassen sich formal parlamentarische Zuständigkeiten zuordnen: es lassen sich formale „Schuldige“ benennen.

[12] In ähnlicher Weise Mutz: “The marketplace of ideas will not work properly if political elites are the only ones involved” (Mutz 2006: 150).

[13] Selbst die fachlich bereits spezialisierten Abgeordneten im Deutschen Bundestag lassen sich in Anhörungen ihrer Fachausschüsse regelmäßig durch Vertreter aus der Wissenschaft beraten.

[14] „Das Resultat einer autochthonen Öffentlichkeit ist die Entstehung einer kommunikativ erzeugten legitimen Macht“ (Gerhards 1997: 6).

[15] Das Ziel in einem solchen Fall muss in der Steigerung der Basiskompetenzen liegen. Da politische Aktivität allerdings in der Regel nicht erzwungen werden kann, ist immer nur von einem begrenzten Teil der Bevölkerung auszugehen, der für eine Politikfeldbeteiligung in Frage kommt.

[16] Bereits vor Almond und Verba trug der Amerikaner Robert E. Lane (1959) in seiner Studie „Political Life“ bereits zahlreiche Studien aus den verschiedensten sozialwissenschaftlichen Teilgebieten der 30 Vorjahre zum Thema politische Partizipation zusammen. Er selbst konnte jedoch nur eine kleine experimentelle Analyse durchführen (vgl. Uehlinger 1988: 13 f.).

[17] In der Political Action-Studie bezeichnen beispielsweise Barnes und Kaase ihren eigenen Ansatz zum Verständnis von politischer Partizipation als einen „instrumental and realistic one“ (Barnes/Kaase 1979: 39).

[18] Im Original wird auf die folgende Quelle verwiesen: Robert Jungk, Die allzu bekannten Kandidaten und die unbekannten Wähler. In: Medium, 6/1976, Heft 10, S. 22 f.

[19] In ihrem Partizipationsverständnis spiegelt sich die Hochphase der „Planungseuphorie“ in den 1970er Jahren. Es geht ihnen um „die ‚Demokratisierung der Planung‘ durch Beteiligung betroffener und/oder interessierter Bevölkerungskreise“ (Buse et al. 1977: 11).

[20] Die Unmittelbarbeit der politischen Beteiligung bleibt im Hinblick auf die zu untersuchenden Bürgerbeteiligungsformen noch diskussionswürdig (vgl. Kapitel 8.1 und 14.3).

[21] Auf dieses „Paradoxon politischer Partizipation“ aus der theoretischen Perspektive rationaler Erklärungsmodelle soll hier nicht weiter eingegangen werden (vgl. hierzu: Steinbrecher 2009: 64 ff.). Stattdessen konzentriert sich die Darstellung auf die Erklärungsvariablen aus empirisch geprägten Studien.

[22] Die Einteilung orientiert sich an einer Darstellung von Kaase (1997: 164).

[23] Mit Aggregatdaten aus der amtlichen Statistik könnte durchaus ein Zusammenhang zwischen sozio-ökoniomischen Status (z.B. durch den prozentualen Anteil der Sozialempfänger) und Teilnahme an einer Wahl hergestellt und für verschiedene Stadtteile vergleichend untersucht werden. Damit lässt sich allerdings lediglich ein Anfangsverdacht begründen.

[24] Das Wort „umfassend“ gilt allerdings nur in Hinblick auf den eingeschränkten instrumentellen Blickwinkel dieser Studien (vgl. Kapitel 6.1.2).

[25] Die vorliegende Studie kann in diesem Sinn zwar auch dem Falltyp III zugeordnet werden. Allerdings liegt das spezielle Interesse weder in der Problemlösung, noch in der Erprobung eines bestimmten Verfahrens, sondern in einem experimentellen Vergleich verschiedener Verfahren. Damit dürfte sie sich nur schwer einem Falltyp passgenau zuordnen lassen.

[26] Dieses Kapitel ist eine vollständig überarbeitete und erweiterte Darstellung aus Stollen (2007: 13 ff.).

[27] Der Politikwissenschaftler Ned Crosby entwickelte ebenfalls in den 1970er Jahren ein sehr ähnliches Verfahren unabhängig von Dienel in den USA, was er allerdings zunächst als „citizens' committee“ bezeichnete (Crosby 1976: 7 ff.).

[28] Die Dokumentationen zum Projekt können im Internetangebot der Stadt Karlsruhe heruntergeladen werden: http://www.karlsruhe.de/rathaus/masterplan_2015/zukunftskonferenz.de

[29] Hierbei geht es darum, ob bereits eine „Festlegung verfahrensbestimmender (Vor-) Entscheidungen“ (Barbian 1993: 300) erfolgt ist.

[30] Die ICANN koordiniert beispielsweise die regionale Verteilung von IP-Adressen oder Vorgaben für den Domain Name Service (DNS), über den die Übersetzung von IP-Adressen zu Domain-Namen realisiert wird. Letztendlich handelt es sich bei der ICANN um keine „Weltregierung des Internet“ (Rosenbach 2000), sondern um eine privatrechtliche Organisation, die sich vor allem um technische Absprachen im Internet kümmert.

[31] Für Simonis (2001: 440) ist deliberative TA ein Verfahren mit Experten (Wissenschaftlern) und Stake-Holdern ohne den Einbezug von Laien.

[32] Auf das Feld der Gesundheitspolitik wird noch in Kapitel 12.3 gesondert eingegangen.

[33] Für Schmidt und Zohlnhöfer (im Sinne von Schmidt/Zohlnhöfer 2006) zählen dazu Verfassungspolitik, Finanzpolitik, Politik der inneren Sicherheit, Migrations- und Staatsangehörigkeitspolitik sowie die sozialstaatlichen Politikfelder (Gesundheitspolitik, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Wohnungsmarktpolitik und Bildungspolitik, Kulturpolitik und Gleichstellungspolitik).

[34] Diese notwendige Einbettung von Bürgerbeteiligung in aktuelle und sinnhafte Kontexte soll vor allem durch die Einbeziehung der aktuellen Problemfelder Reformkommunikation (vgl. Kapitel 9.2) und Akademiearbeit (vgl. Kapitel 9.3) erreicht werden.

[35] Allein im mehrstufigen dialogischen Verfahren wird die Kombination verschiedener Verfahren explizit gefordert (vgl. Kapitel 8.1.1.6).

[36] Die Zahlen für die Kantonalen Parlamentswahlen sind nicht viel besser, obwohl die föderative Struktur der Schweiz darauf hindeuten könnte (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/ index/themen/17/02/blank/key/kantonale_parlemente/parteienstaerke.Document.21781.xls).

[37] Das dieser Studie zugrunde liegende PESOS-Projekt konnte daher auf bereits entwickelte Strukturen und Erfahrungen aus diesem Kontext zurückgreifen und nicht zuletzt vom bestehenden Vertrauensverhältnis dieser beiden Projektpartner profitieren.

[38] Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnet einige seiner Professorenkollegen ganz in diesem Sinne als „habilitierte Mietmäuler“ (Lauterbach 2007: 97).

[39] Seit dem Regierungswechsel im Herbst 2009 durch eine CDU/CSU/FDP-Koalition deutet alles auf einen weiteren Umbau der GKV in Richtung der „Gesundheitsprämie“ hin, auch wenn der zwischenzeitliche FDP-Gesundheitsminister Rösler noch mit starken Vorbehalten in der eigenen Koalition – vor allem aus der CSU – zu kämpfen hat.

[40] In den durch die beiden Akademien zusammengestellten zwei Listen wurden nach einem Abgleich von Namen und Wohnorten zahlreiche Übereinstimmungen festgestellt. Eine dreistellige Zahl an Teilnehmern war beiden Akademien namentlich bekannt. Solche Personen wurden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Institutionen zugeteilt und die Duplikate gelöscht.

[41] Die regionalen Verteilungen wurden durch eine Verknüpfung der Postleitzahlen mit Daten aus dem Projekt OpenGeoDB ermittelt. Dabei handelt es sich um eine freie Datenbank mit sämtlichen Postleitzahlen, Geokoordinaten und Verwaltungsstrukturdaten. Informationen zu diesem Projekt finden sich unter der folgenden Adresse: http://opengeodb.giswiki.org/wiki/OpenGeoDB

[42] Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Schülern und Studierenden bis 27 Jahren, für die spezielle Veranstaltungen angeboten werden. Vgl.: http://www.evpfalz.de/akademie_typo3/index.php?id=80

[43] Das entsprechende Konzept zum Konstrukt „Deliberationsfähigkeit“ wurde bereits im Kapitel 5 dargestellt und wird daher an dieser Stelle nicht mehr erläutert.

[44] Im Sommer 2008 wurde darüber hinaus eine Nachbefragung der Teilnehmer durchgeführt (vgl. Kapitel 18).

[45] Die letzte Landtagswahl im Jahr 2007 fand am 13. Mai in Bremen statt. Die nächsten folgten erst am 27. Januar 2008 in Hessen und Niedersachsen.

[46] Ein Dank für die großartige Unterstützung geht an das damalige Verwaltungsteam in Speyer (Monika Francz, Anita Jäger und Ivanka Steber).

[47] Durch eine Telefonaktion wurde darüber hinaus versucht diejenigen Personen zu erreichen, die eine Woche vor Fristablauf noch nicht geantwortet hatten. Aufgrund fehlender Telefonnummern war diese Aktion allerdings nur bedingt erfolgreich. Wie sich herausstellte waren einige der angeschriebenen Personen entweder verstorben oder sie konnten nicht nachvollziehen, warum sie angeschrieben wurden bzw. woher die Evangelischen Akademien ihre Anschriften hatten.

[48] In den entsprechenden Altersklassen lagen die Anteile im Jahr 2007 bei 61,5% (50-59 Jahre) bzw. 22,7% (60 und älter) (vgl. Media Perspektiven 2007: 87).

[49] Die diesbezügliche Abweichung zwischen Tabelle 15.1 und Tabelle 15.2 ist der Tatsache geschuldet, dass nicht sämtliche Projektteilnehmer an der Panelbefragung teilgenommen haben, die die Grundlage für Daten in der Tabelle 13.3 lieferten. Ähnliche Abweichungen an anderer Stelle sind ebenfalls diesen verschiedenen Datengrundlagen geschuldet.

[50] Trotz dieser pragmatischen Begründung wurde auf den Konferenzen sehr vereinzelt Kritik an diesem Vorgehen geäußert, da einige Fragestellungen damit vorab ausgeblendet würden.

[51] Freundlicherweise unterstützte Ludwig Weitz von der Stiftung Mitarbeit das Projektteam bei den Vorüberlegungen und auch am ersten Konferenzwochenende mit seinem Erfahrungsschatz.

[52] Ein Dank für ihre Zusammenstellung geht hierbei an meine studentischen Hilfskräfte Britta Knoche und Sarah Niggemann.

[53] Die meisten Fragen wurden zu den Themenkomplexe „Kosten“, „Finanzierung und „Abläufen und Zuständigkeiten im Gesundheitssystem“ gestellt.

[54] Die Redaktionsgruppe war zunächst im Verfahren gar nicht vorgesehen, sondern wurde letztendlich auf Anraten der Projektsteuerungsgruppe eingerichtet. Insbesondere die politisch erfahrenen Vertreter verwiesen auf das Instrument der „Antragskommission“ bei Parteitagen, die ganz ähnliche Funktionen wie die Redaktionsgruppe im PESOS-Verfahren wahrnehmen.

[55] Ein großer Dank für die Mühe gehen an Jörg Göpfert, Monika Purwins, Kerstin Bogenhardt und Ines Grau, die am Gelingen der Tagung den größten Anteil hatten.

[56] Es handelt sich um den Vortrag „Die Alternative zum Gesundheitskompromiss – graue Theorie oder geniale Idee?“ für den die ZEIT-Journalistin Cerstin Gammelin vorgesehen war.

[57] Dass trotz diverser Anfragen an CDU-und CSU-Politiker auf Bundes-, Landesebene und schließlich sogar auf kommunaler Ebene kein Referent zum Thema gefunden werden konnte, hat den Eindruck bei den Organisatoren verstärkt, dass es auf der Unionsseite letztendlich an der Bereitschaft gefehlt hat, öffentlich zum Thema der Gesundheitsprämie zu diskutieren.

[58] Es handelte sich um einen Abgeordneten der LINKEN.

[59] Im Sommer 2008 wurde neben den vier Wellen der eigentlichen Panelbefragung noch eine fünfte Welle zur Messung mittelfristiger Effekte realisiert.

[60] Geübte Hilfskräfte konnten je nach Umfang in den einzelnen Wellen vier bis sechs Fragebögen pro Stunde erfassen. Bei einem Stundenlohn von rund 8€ ergibt das 1,60€ pro Datensatz.

[61] Ein großer Dank für die zum Teil mühselige Arbeit geht hierbei insbesondere an meine studentischen Hilfskräfte Stefanie Enderle, Julia Gasthaus, Tanja Jungbauer und Kerstin Kripp.

[62] Aufgrund der räumlichen Engpässe in der Universität erhöhte diese Lösung für alle Seiten die Praktikabilität der Datenerfassung, da die Fragebögen sowohl im Institut, im Rechenzentrum oder zuhause erfasst werden konnten.

[63] Der Einsatz von „Quizfragen“ wurde bereits zu Beginn verworfen, da diese von den Befragten im Zweifelsfall durch eine Recherche ermittelt werden konnten. Es waren keine Interviewer vorgesehen, wodurch weder die Reaktionszeit auf einzelnen Antworten dokumentiert bzw. eine Form sozialer Kontrolle ausgeübt werden konnte. Solche „Quizfragen“ ergeben allerdings nur unter kontrollierbaren Antwortbedingungen einen Sinn.

[64] Sämtliche Tabellen im Kapitel 17 stammen aus eigenen Projektdaten. Auf eine explizite Quellenangabe wird daher verzichtet.

[65] Der damalige SPD-Spitzenkandidat Bundeskanzler Gerhard Schröder stellte auf Wahlkampfveranstaltungen gerne die Frage, ob es denn wirklich gerecht sei, wenn in Zukunft die Krankenschwester genauso hohe Beiträge wie der Chefarzt für die Krankenversicherung zahlen sollte. Er vergaß dabei zu erwähnen, dass diese beiden Berufsgruppen im Regelfall in zwei unterschiedlichen Krankenversicherungssystemen versichert sind (GKV und PKV) und es daher auch keinen direkten sozialen Ausgleich zwischen der schlechter verdienenden Krankenschwester und einem besser situierten Chefarzt geben wird. Durch die Beitragsbemessungsgrenze von damals 3.525 € (2005) findet zudem auch im GKV-System nur ein eingeschränkter sozialer Ausgleich statt.

[66] Ein Vergleich mit Allbus-Daten mit der identischen Fragestellung ergibt für das Befragungsjahr 2008 einen leicht besseren Durchschnittswert von 4,2 (ALLBUS 2008: V94).

[67] Zuletzt wurde dieselbe Fragestellung in der ALLBUS-Studie im Jahr 1994 eingesetzt. Der Mittelwert lag da für das gesamte Bundesgebiet bei 2,4. In der alten Bundesrepublik wurde noch im Jahr 1988 ein Wert von unter 2,0 gemessen.

[68] Die Richtung der Variablen v7 und v22_3 wurden zuvor entsprechend so geändert, dass eine Vergrößerung des Wertes einen positiven Effekt wiederspiegelt.

[69] Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) kamen diese Printmedien im Vergleichszeitraum 2007 in der Gesamtbevölkerung lediglich auf Reichweiten von 1,3% (FAZ), 1,9% (SZ) und 3,2% (Die Zeit).

[70] Die Werte wurden aus den fünf Befragungswellen gemittelt. Die durchschnittlichen Marktanteile für diese Sendungen lagen für 2007 bei den Zuschauern ab 3 Jahren bei 31,9% (Tagesschau), 12,3% (Heute Journal), 10,0% (Tagesthemen) und 18,4% (Heute) (vgl. Zubayr/Gerhard 2009: 107).

[71] „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 2004: 9).

[72] Hierbei sei verwiesen auf die Ansätze der „Wissenskluftforschung“ (vgl. Jäckel 2008: 287 ff.).

[73] Weitere Gruppen bilden nach Schulz (2008: 90) „Status“, „Identifikation“, „Konsonanz“ und „Dynamik“.

[74] Der jüngst verabschiedete Drei-Stufen-Test für die Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat nicht nur in dieser Hinsicht die Situation für eine umfassende Archivnutzung im Internet stark eingeschränkt. Der Test schreibt den Sendern die Prüfung aller angebotenen Inhalte in ihren Internetangeboten vor und fordert bei den allermeisten Inhalten eine Löschung innerhalb kurzer Zeitfristen nach Ausstrahlung, um den Wettbewerb im privaten Medienmarkt nicht zu behindern. Dies führt allerdings paradoxerweise dazu, dass Manuskripte bestimmter Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus dem Angebot verschwinden, während einige Zeitungen und Zeitschriften ihr eigenes Archiv mit etlichen Jahrgängen kostenfrei zur Verfügung stellen dürfen.

[75] Ein kleiner Beitrag wurde auch in dieser Studie mit der Videoanalyse einzelner Aufzeichnungen von den Präsenzveranstaltungen geleistet.

[76] Die Suchanfragen können im Anhang G.1 nachvollzogen werden.

[77] Das vollständige Kategoriensystem kann im Anhang G.5 studiert werden.

[78] Der vollständige Kategorienkatalog ist dem Anhang G.5 zu entnehmen.

[79] Die deutlichen Steigerungen und auch das Abfallen bei der Variable v22_3 für die Akademiegruppe (B) relativieren sich vor dem Hintergrund, dass es sich lediglich um vier gültige Fälle handelt.

[80] Die Abstimmung im Plenum wurde aus Gründen der Praktikabilität stets öffentlich durchgeführt. Da es jeweils zwei Abstimmungsgänge – der erste mit einfacher Mehrheit, der zweite mit Zweidrittelmehrheit – gab, wäre eine geheime Abstimmung zu zeitaufwendig gewesen.

[81] Es wurde im Rahmen der Befragung nicht ermittelt, in welchem der beiden deutschen Teilstaaten die Teilnehmer geboren bzw. aufgewachsen sind oder wo sie bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 gelebt haben. Daher bezieht sich der Vergleich von Ost und West lediglich auf den zum Zeitpunkt der ersten Befragung angegebenen Wohnort und der Zuordnung zu den entsprechenden Bundesländern. So fehlen Informationen zur politischen Sozialisation der Teilnehmer. Das bedeutet, dass sowohl Bewohner aus dem alten West-Berlin als auch in den Osten eingewanderte „Westdeutsche“ zur Gruppe Ost gezählt werden. Gleiches gilt natürlich für inzwischen im Westen wohnende „Ostdeutsche“.

[82] Frau erzieht Kinder, Mann erwirtschaftet das gesamte Haushaltseinkommen allein.

[83] Im Auftrag an die Teilnehmer für das Gesundheitspolitische Bürgerprogramm hieß es dazu: „Das erklärte Ziel ist es, dieses Bürgerprogramm noch vor dem Beginn des nächsten Bundestagswahlkampfes in die politische und öffentliche Debatte einzubringen“. Dieser wurde zu Beginn des Verfahrens von Stephan Dorgerloh (damaliger Direktor der Ev. Akademie Sachsen Anhalt e.V., Volker Hörner (damaliger Direktor der Ev. Akademie der Pfalz) und Ulrich Sarcinelli (Universität Koblenz-Landau und zugleich wissenschaftlicher Projektleiter) symbolträchtig unterzeichnet.

[84] Weitere Details zur Veranstaltung können dem Anhang C8.1 entnommen werden.

[85] Rheinpfalz vom Donnerstag, 13. März 2008: „Wenn Betroffene zu Fachleuten werden / Studie der Universität Koblenz-Landau zur Bürgerbeteiligung in Berlin vorgestellt“ bzw. „PESOS in der ‚Möwe‘“: http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=28906

[86] Eine Umgehung dieser Problematik kann in nur einer mehrfachen Wiederholung der Studie und ihres Designs liegen, um eine größere Fallzahl zu erreichen. Erst dieser Umstand würde eine Verallgemeinerung der Untersuchungsergebnisse erlauben.

[87] Erik Amnå bringt dieses Phänomen sehr schön im Begriff der „stand-by citizens“ zum Ausdruck (vgl. Amnå 2010: 199).

[88] Dort wo entsprechende Daten vorliegen, werden sie nur unzureichend mit den statistischen Daten zur Allgemeinbevölkerung verglichen (vgl. exempl. Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg 1996: 11).

[89] Der Erfolg des aktuell größten sozialen Netzwerks Facebook ist auch darauf zurückzuführen, dass die Nutzer durch das Einfügen von beliebigen Links auf die sogenannte Pinnwand ihres eigenes Profils, andere befreundete Mitglieder zur Kommentierung und damit zu einer Diskussion anregen können. Diese Herangehensweise unterscheidet sich vom Prinzip herkömmlicher Foren, in denen thematische Zweige („Threads“) für eine Diskussion angelegt werden. In sozialen Netzwerken steht das Ordnungsprinzip der Threads hinter dem der aktuellen Mitteilung zurück.

[90] TINA steht für There Is No Alternative. Das TINA-Prinzip wird dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu zugeschrieben, der sich damit kritisch über eine Art von politischer Kommunikation äußert, die Entscheidungen als alternativlos darstellt, ohne dass dies vorweg plausibel ist. Das Prinzip spiegelt sich auch im von der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürten Unwort des Jahres 2010: „alternativlos“.

[91] Zur Unterscheidung zwischen Bargaining und Arguing im Bezug auf den thematischen Gegenstand dieser Studie (Gesundheitspolitik) vgl. Bandelow, Eckart und Rüsenberg (2009: 287 ff.).

[92] Auf die besonderen Eigenschaften von Nachrichtenwerten wurde bereits im Abschnitt V näher eingegangen (vgl. Kapitel 19.3).

[93] Man stelle sich allein den medialen und öffentlichen Druck vor, der gegenüber einer kleinen Gruppe von vielleicht 25 Bürgern aufgebaut wird, wenn ihre Vorschläge zu negativen Konsequenzen führen sollten.

[94] Dazu gehört auch die Frage, wie die Teilnehmer für solche Prozesse rekrutiert werden sollen. Beispielsweise sollte die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe möglichst repräsentativ, das Auswahlfahren transparent und die Teilnahme ohne große Hürden für sozial oder wirtschaftlich benachteiligte Bürger sein.

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